Erregt wie nie zuvor: Nebraska, Peoria und Lincolns Rückkehr

[Hier finden Sie eine gekürzte Version; die vollständige Version des Beitrags ist in Englisch und Spanisch verfügbar.]

Als Abraham Lincoln 45 Jahre alt im Jahr 1854 war, „verlor er das Interesse an der Politik”.  Dann verabschiedete der Kongress das Kansas-Nebraska Gesetz nach einer umstrittenen Debatte.  Dieses Gesetz, bekannt einfach als ‚Nebraska’, bedeutete dass der Kongress im Wesentlichen sein Recht aufgegeben hat, auf die Sklaverei in den Territorien und zukünftigen Bundesstaaten zu regulieren, und die Sklaverei würde daher wahrscheinlich viel weiter erstrecken, als sie andernfalls werden könnte.

Die Annahme des ‚Nebraskas’ „erregt [Lincoln] wie er zuvor nie gewesen war”.  Seine Rückkehr ins politische Getümmel, als ein dezidierter ‚anti-Nebraska Mann’, wurde von seiner Rede in Peoria, Illinois gekennzeichnet (Foto aufgenommen am vergangenen Wochenende von mir mit der Statue von John McClarey betitelt „Lincoln zieht die Grenze”, die diese Rede erinnert).  Es ist eine meiner Lieblings-Reden von Lincoln, weil es zeigt deutlich, seine politischen Überzeugungen, logisches Denken, Redegewandtheit und Überzeugungskraft.  Hier eine kurze Auswahl:

„Wenn der Schwarze ein Mann ist, dann lehrt mich mein alter Glaube, dass ‚alle Menschen gleich geschaffen sind’; und dass es kein moralisches Recht geben kann, im Zusammenhang mit einem Mann, einen anderen zum Sklaven machen.

„Niemand soll sich täuschen: Der Sinn des Jahres 1776 und der Sinn des Nebraskas, sind totale Gegensätze; und der Erstere wird schnell vom Letzterer verdrängt.

„Landsleute – Amerikaner des Südens, sowie des Nordens, werden wir uns nicht bemühen, dies zu verhaften?  … Gibt es keine Gefahr für die Freiheit selbst, beim Verwerfen des frühesten Brauches, und des ersten Prinzips, unseres alten Glaubens? …

„Geben wir [die Sklaverei] zurück, zur Position unserer Väter sie gaben; und dort lass sie in Frieden ruhen.  Verabschieden wir erneut die Unabhängigkeitserklärung, und mit ihr, die Braüche, und die Politiken, die mit ihr (zu) harmonisieren.  Lassen Sie den Norden und den Süden – lassen Sie alle Amerikaner – lassen Sie alle Liebhaber der Freiheit überall – bei der großen und guten Arbeit mitmachen.  Wenn wir dies tun, werden wir nicht nur die Union gerettet haben; sondern (auch) werden wir sie so gerettet haben, wie sie für immer würdig(e) der Rettung zu machen und zu erhalten.“

Lincolns Peoria-Rede schickte ihn auf einem Weg, der ihn die führende ‚Anti-Nebraska‘ Stimme in Illinois machen würde und schließlich zu seiner atemberaubenden Nominierung der Republikanischen Partei für Präsidenten sechs Jahre später führen würde.

Wir können dankbar sein, dass ‚Nebraska‘ Lincoln wie nie zuvor erregte und ihn zurück in die Politik und im Kampf gegen die Ausweitung der Sklaverei verleitete, und auch, dass er viele weitere Möglichkeiten haben würde, die Menschen seiner Zeit durch seine Reden und Schriften in den nächsten elf Jahren zu inspirieren.  Wir können nicht umhin, auch heute noch durch seine Worte inspiriert zu sein.

LinkedIn-LogoSquareKevin J. Wood

1. November 2015

Lincoln’s Best Christmas Gift: The City of Savannah and a Great Light

On December 22, 1864, Union General William T. Sherman wrote out the following now-famous note to President Lincoln: “I beg to present you as a Christmas gift the city of Savannah with 150 heavy guns & plenty of ammunition & also about 25000 bales of cotton”.  The note was sent by boat to Fort Monroe in Virginia and then telegraphed to the War Department in Washington, D.C. on Christmas Day.  It was written out and delivered to the President that same day.

Lincoln was elated to hear the news.  Responding the following day, he began: “My dear General Sherman.  Many, many, thanks for your Christmas-gift – the capture of Savannah”.  The President was likewise extremely relieved, given that Sherman had cut himself off from his supply lines and lines of communication when he undertook his risky “March to the Sea” more than a month earlier: “When you were about leaving Atlanta for the Atlantic coast, I was anxious if not fearful; but feeling that you were the better judge, and remembering that ‘nothing risked, nothing gained’ I did not interfere”.

Lincoln may have also had doubts about Sherman’s “scorched earth” policy – making Southern citizens who supported the rebellion “feel the hard hand of war” – but he didn’t mention that now.  Instead, he wrote about the significance of the victory: “Now, the undertaking being a success, the honor is all yours; for I believe none of us went farther than to acquiesce.  And, taking the work of Gen. Thomas into the count, as it should be taken, it is indeed a great success.  Not only does it afford the obvious and immediate military advantages; but, in showing to the world that your army could be divided, putting the stronger part to an important new service, and yet leaving enough to vanquish the old opposing force of the whole – Hood’s army – it brings those who sat in darkness, to see a great light.” [Union General George Henry Thomas had recently defeated Confederate General John Bell Hood in the battle of Nashville.]

This last phrase, written at a time when the general population – and no doubt the General himself – was biblically literate, would have brought immediately to mind a passage from the gospels.  The beginning of Jesus’ earthly ministry is said to have fulfilled a prophesy by Isaiah regarding the land of Galilee, and regarding gentiles in general: “The people who sat in darkness have seen a great light, and upon those who sat in the region and shadow of death a light has dawned” (Matthew 4:16).

Lincoln’s choice of this particular biblical reference, in the context of the Christmas season, was presumably intentional and certainly appropriate.  Christmas does mark, after all, the coming into the world of that great light, the Messiah, He who would later refer both to Himself as to his disciples as “the light of the world”.

In the immediate context, however, whom did Lincoln mean by “those who sat in darkness”?  It would seem to be all those in the North and indeed the rest of the world who had been “in the dark” about whether Grant, Sherman, Thomas, and company would ever be in a position to deliver that final, fatal blow to the resilient Confederacy.  This great victory allowed all “to see the light at the end of the tunnel”; the end of the war was finally in sight!

This also concords well with Lincoln’s gracious conclusion to his reply to Sherman: “But what next?  I suppose it will be safer if I leave Gen. Grant and yourself to decide.  Please make my grateful acknowledgments to your whole army, officers and men.  Yours very truly, A. Lincoln.”

May the same sensation of great light and hope which characterized Lincoln’s 1864 Christmas be ours as well in 2015.

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December 23, 2015

Lincolns bestes Weihnachtsgeschenk: Die Stadt Savannah und ein großes Licht

[Hier finden Sie eine gekürzte Version; die vollständige Version des Beitrags ist in Englisch und Spanisch verfügbar.]

Am 22. Dezember 1864 schrieb General der Union William T. Sherman die folgende mittlerweile berühmte Notiz an Präsident Lincoln aus, die der letztere am Weihnachtstag erhalten würde: „Ich erlaube mir, Ihnen als Weihnachtsgeschenk die Stadt Savannah mit 150 schweren Geschützen und reichlich Munition und auch ungefähr 25.000 Ballen Baumwolle zu präsentieren”.

Lincoln war freudig erregt als er die Nachrichten hörte, und er antwortete am nächsten Tag: „Mein lieber General Sherman.  Vielen, vielen Dank für Ihr Weihnachtsgeschenk – die Gefangennahme von Savannah”.  Der Präsident merkte auch seine extreme Erleichterung an, da Sherman sich von seiner Nachschublinien und Kommunikationswege abgeschnitten hatte, als er seinen riskanten „Marsch zum Meer” mehr als einen Monat zuvor unternahm.

Dann schrieb Lincoln über die Bedeutung des Sieges: „Nun, das Unternehmen als Erfolg, die Ehre ist ganz für Sie; … Nicht nur gewährt es die offensichtlichen und direkten militärischen Vorteile; sondern … bringt es denen, die in Finsternis saßen, ein großes Licht zu sehen.”

Dieser letzte Ausdruck würde sofort einen Abschnitt des Evangeliums in den Sinn gebracht haben.  Der Beginn des irdischen Wirkens Jesu soll eine Prophezeiung von Jesaja über die Lande Galiläa, und über die Nichtjuden im Allgemeinen, erfüllt haben: „Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen…” (Matthäus 4,16).

Lincolns Wahl dieses bestimmten biblischen Bezuges war vermutlich gewollt und sicherlich angebracht.  Schliesslich stand Weihnachten im Zeichen der Ankunft in die Welt jenes großen Lichtes, der Messias, Er, der später sowohl zu sich selbst als auch zu seinen Jüngern als „das Licht der Welt” bezeichnen würde.

In unmittelbarer Zusammenhang jedoch meinte Lincoln anscheinend alle diejenigen, im Norden und auch in der übrigen Welt, die „im Dunkeln” (im Ungewissen) gewesen waren, ob die Armee der Union jemals in der Lage, um die belastbare Konföderation zu besiegen wäre.  Dieser große Sieg ließ alles „das Licht am Ende des Tunnels zu sehen”; das Ende des Krieges war endlich in Sicht!

Möge das gleiche Gefühl des großen Lichts und Hoffnung, die Lincolns Weihnachten 1864 charakterisierte, ebenso unseres im Jahr 2015 sein.

LinkedIn-LogoSquareKevin J. Wood

23. Dezember 2015

Le meilleur cadeau de Noël de Lincoln : La ville de Savannah et une grande lumière

[Ce qui suit est une version abrégée ; la version complète de l’article du blog est disponible en anglais et en espagnol.]

Le 22 décembre 1864, le général de l’Union William T. Sherman a écrit le petit mot suivant, désormais célèbre, au président Lincoln, que ce dernier recevrait le jour de Noël : « Je vous prie de vous remettre comme cadeau de Noël la ville de Savannah avec 150 armes lourdes & beaucoup de munitions & ainsi environ 25.000 balles de coton ».

Lincoln était ravi d’entendre les nouvelles et il a répondu le lendemain : « Mon cher général Sherman.  Un très grand merci pour votre cadeau de Noël – la prise de Savannah ».  Le Président a également noté son extrême soulagement, d’autant plus que Sherman s’avait coupé de ses lignes de ravitaillement et lignes de communication lorsqu’il a entrepris son risquée « Marche vers la mer » plus d’un mois plus tôt.

Lincoln a ensuite écrit à propos de l’importance de la victoire : « Maintenant, l’entreprise étant un succès, l’honneur est tout à vous : … Non seulement accorde-t-elle les avantages militaires évidents et immédiats ; mais … elle permet à ceux qui étaient assis dans les ténèbres de voir une grande lumière. »

Cette dernière phrase aurait apporté immédiatement à l’esprit un passage des évangiles.  Le début du ministère terrestre de Jésus aurait accompli une prophétie d’Isaïe concernant la terre de Galilée, et concernant les gentils en général : « Le peuple assis dans les ténèbres a vu une grande lumière… » (Matthieu 4,16).

Le choix de Lincoln de cette référence biblique particulière était vraisemblablement intentionnel et certainement approprié.  Noël indique, après tout, l’entrée dans le monde de cette grande lumière, le Messie, celui qui plus tard désignerait à lui-même et à ses disciples comme « la lumière du monde ».

Dans le contexte immédiat, cependant, Lincoln a signifié apparemment tous ceux dans le Nord et même le reste du monde qui avait été “dans le noir” (dans l’ignorance) de savoir si l’armée de l’Union ne serait jamais en mesure de vaincre la Confédération résiliente.  Cette grande victoire a permis à tous “de voir la lumière au bout du tunnel” ; la fin de la guerre était enfin en vue !

Que la même sensation de grande lumière et d’espoir qui caractérisait le Noël de Lincoln en 1864 soit aussi la nôtre en 2015.

LinkedIn-LogoSquareKevin J. Wood

23 décembre 2015

El mejor regalo de Navidad de Lincoln: La ciudad de Savannah y una gran luz

El 22 de diciembre de 1864, el General unionista William T. Sherman escribió la siguiente nota, ahora famosa, al Presidente Lincoln: “Le ruego que me permita presentarle como regalo de Navidad la ciudad de Savannah con 150 armas pesadas y mucha munición y también unos 25.000 fardos de algodón”.  La nota fue enviada por barco a Fort Monroe en Virginia y luego telegrafiada al Departamento de Guerra en Washington D.C. el día de Navidad.  Fue transcrita y entregada al Presidente ese mismo día.

Lincoln estaba eufórico al oír la noticia.  Respondiendo el día siguiente, comenzó: “Mi querido General Sherman.  Muchas, muchas gracias por su regalo de Navidad – la toma de Savannah”.  El Presidente estaba asimismo sumamente aliviado, puesto que Sherman se había aislado de sus líneas de suministro y de comunicación cuando emprendió su arriesgada “Marcha hacia el mar” más de un mes antes: “Cuando usted estaba dejando Atlanta para la costa atlántica, yo estaba ansioso si no temeroso; pero sintiendo que usted era el mejor árbitro, y recordando que ‘nada arriesgado, nada ganado’ no interferí”.

Lincoln puede haber tenido dudas acerca de la política de “tierra arrasada” de Sherman – hacer que los ciudadanos sureños que apoyaban la rebelión “sintieran la mano dura de la guerra” – pero no las mencionó en ese momento.  En cambio, escribió acerca de la importancia de la victoria: “Ahora, siendo el proyecto un éxito, la honra es toda suya; pues creo que ninguno de nosotros hizo más que asentir.  Además, sumando el trabajo del General Thomas a la cuenta, como es debido, es ciertamente un gran éxito.  No solamente ofrece las ventajas militares obvias e inmediatas; pero, en mostrar al mundo que su ejército podía dividirse, poniendo la parte más fuerte a un nuevo servicio importante, y, sin embargo, dejando lo suficiente para vencer a la vieja fuerza de oposición del conjunto – el ejército de Hood – lleva a aquellos que estaban sentados en tinieblas, a ver una gran luz.”  [El General unionista George Henry Thomas había derrotado recientemente al General confederado John Bell Hood en la batalla de Nashville.]

Esta última frase, escrita en una época en la que la población en general – y sin duda el propio General – conocía bien la Biblia, habría traído inmediatamente a la mente un pasaje de los Evangelios.  Se dice que el inicio del ministerio terrenal de Jesús cumplió una profecía de Isaías sobre la tierra de Galilea, y sobre los gentiles en general: “El pueblo asentado en tinieblas ha visto una gran luz, y a los asentados en la región y sombra de muerte una luz les ha resplandecido” (Mateo 4:16).

La elección por parte de Lincoln de esta referencia bíblica en particular, en el contexto de la época navideña, fue presuntamente intencional y ciertamente apropiada.  La navidad señala, al fin y al cabo, la venida al mundo de esa gran luz, el Mesías, el que más tarde se referiría tanto a sí mismo como a sus discípulos como “la luz del mundo”.

En el contexto inmediato, sin embargo, ¿a quién se refería Lincoln con “aquellos que estaban sentados en tinieblas”?  Al parecer, a todos los del Norte y aún más del resto del mundo que habían estado “a oscuras” (desinformados) sobre si Grant, Sherman, Thomas y compañía llegarían a estar en condiciones algún día de dar ese golpe final y mortal a la tenaz Confederación.  Esta gran victoria permitió a todos “a ver la luz al final del túnel”; ¡el final de la guerra estaba finalmente a la vista!

Esto también concuerda bien con la conclusión de Lincoln en su respuesta a Sherman: “Pero, ¿ahora qué?  Supongo que será mejor que deje al General Grant y a usted decidir.  Por favor, transmita mis sinceros agradecimientos a su ejército entero, a los oficiales y soldados.  Atentamente, A. Lincoln.”

Que la misma sensación de gran luz y esperanza que caracterizó la Navidad de Lincoln en 1864 sea nuestra también en 2015.

LinkedIn-LogoSquareKevin J. Wood

el 23 de diciembre de 2015